Fortschritte bei der Haartransplantation

Menschen mit einer Glatze leiden auch in heutiger Zeit noch unter dem Gespött der Mitmenschen, und zahlreiche Witze dokumentieren den immer noch schwierigen Umgang mit dem Thema Haarausfall. Dabei kann Haarausfall fast jeden Menschen in jedem Lebensalter treffen. Kinder, Teenager, Männer und Frauen – in jedem Alter und in jeder Geschlechts vom gibt es zahlreiche Betroffene. Allerdings gibt es schon Unterschiede, Kinder sind vor allem von der Sonderform der alopecia areata betroffen, und bei Frauen tritt der Haarausfall in diffuser Form auf und meistens im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen vor allem durch die Wechseljahre.

Das typische Bild der Geheimratsecken und später der Tonsur zeigt sich dagegen vor allem beim männlichen Typ des Haarausfalls, der schon im Schulalter beginnen kann. Schon mit Anfang 20 haben viele junge Männer eine ausgeprägte Glatze, was in dieser Lebensphase eine sehr frustrierende Erscheinung ist.

So verschieden die Formen von Haarausfall sind, immer ist der Verlust der Haare mit einer großen psychischen Belastung verbunden. Leider sind bis zum heutigen Tage die Möglichkeiten einer Behandlung von Haarausfall begrenzt. Einige wenige Wirkstoffe wie beispielsweise Finasterid und Minoxidil beim anlagebedingten Haarausfall können nur in wenigen Fällen echten Neuwuchs in wirklich sichtbarem Umfang erzeugen.

Früher verwendete man häufig Perücken oder andere Formen von Haarersatz um die kahlen Flächen zu überdecken. Allerdings ist damit immer das Problem verbunden, dass eine Befestigung auf der Kopfhaut mit Problemen der Haltbarkeit verbunden ist, die Trägerfolie oft zu unangenehmen Schwitzen führen kann und die Lebensdauer der Haarteile bei täglichen Gebrauch begrenzt ist.

Haartransplantation: Haare einfach verpflanzen

Schon seit einigen Jahrzehnten beschäftigt man sich damit, Haare zu verpflanzen. Das Konzept der Haartransplantation beruht darauf, dass die Haare beim Mann in einem sehr unterschiedlichen Zeitverlauf ausfallen. Beginnend mit den Geheimratsecken und den kahlen Stellen am Vorderkopf breitet sich der Haarausfall über Jahrzehnte hinweg aus. Aber selbst in hohem Alter ist der Haarkranz am Hinterkopf in der Regel noch dicht. Daraus entstand die Idee, Haare aus diesem Bereich nach vorne zu verpflanzen. Während die Haartransplantation früher mit größeren Hautteilen arbeitete, gibt es inzwischen modernere Methoden, bei denen die Haare in kleinen Bündeln (Grafts) eingepflanzt werden und bei der Methode der FUE auch in dieser Form entnommen werden.

Das einzige große Problem der Haartransplantation besteht in dem limitierten Angebot an Haaren. Es gibt allerdings realistische Hoffnung, dass es der Biotechnologie gelingen wird, die eigenen Haare im Labor nachzuzüchten und dann einzupflanzen. Dieses Verfahren, Haarmultiplikation genannt, wird derzeit von einigen amerikanischen Unternehmen in klinischen Studien erprobt. Leider sind bis jetzt nur wenige Details bekannt, und es werden sicherlich noch einige Jahre vergehen, bis das Verfahren in Europa kommerziell angeboten werden wird.

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